Flucht und Migration als Thema der Sozialen Arbeit

Aktuell steht Deutschland einer einzigartigen, in dieser Komplexität noch nie vorgefundenen Herausforderung gegenüber: viele Menschen suchen in Deutschland Zuflucht. Sie flüchten aus ihren Herkunftsländern und haben oft traumatisierende Erlebnisse im Gepäck. Ihre Schicksale sind vor der oben benannten Perspektive sehr differenziert zu betrachten. U.a. divergieren die Lebenslagen von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen aus den unterschiedlichen Ländern, sie gehören sehr unterschiedlichen Ethnien und Milieus an.

Moderne Soziale Arbeit versucht vor diesem Hintergrund, auch andere Perspektiven in den Focus zu nehmen. Es gilt, den Blick auf Ressourcen und Kompetenzen zu richten, die Frage nach dem gelingenden Alltag zu stellen, um daraus gemeinsam mit den Adressat_innen Wege zu finden, die Ankommen, Verbleiben und Integration ermöglichen. Dies kann nur dann gelingen, wenn wir unterschiedliche Ebenen berücksichtigen und reflektieren. Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingen sind zu konstatieren? Welche Organisationen agieren wie vor welchem Hintergrund? Was wollen und brauchen einzelne Menschen, um dieses vielleicht zunächst „fremde“ Leben verstehen zu können und handlungsfähig zu bleiben?

Es gilt ausserdem, kulturelle Produktionen von Fremdheit, Sexualitäten, Gender, Ethnien, Klassen und, Rassen auf der Ebene historischer und aktueller Diskurse zu durchleuchten.  Bedeutende Wissenschaftler_innen, Politiker_innen, Medienvertreter_innen, Sozialarbeiter_innen, Sozialpädagog_innen, Fachleute und internationale Künstler_innen etc. gestalten gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur_innen Gesellschaften. Diskurse laden zu Kontroversen ein, die mit Interessen, Macht und Dominanz verbunden sind. Konstruktivistische Perspektiven ermöglichen, Differenzlinien vor der Folie sozialer Ungleichheit neu zu verorten und andere Perspektiven einzunehmen. Kulturelle Produktionen fordern heraus – nicht selten lassen sie Menschen ohnmächtig und verunsichert zurück.

Die Soziale Arbeit ist aufgefordert, Ebenen im differenzierten Diskurs zu erkennen und zu benennen. Es müssen sozialpädagogische und sozialarbeiterische Ansätze und Konzepte, wie Akteure und Organisationen mit den ’neuen‘ Herausforderungen umgehen könnten, weiterentwickelt werden. Engagement der Bevölkerung gilt es vor dem komplexen Hintergrund systematisch, partizipativ und wissenschaftlich fundiert zu begleiten. Zentrale handlungsleitende Prinzipien, im Sinne von Qualitätsstandards auf der Basis sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Denkens und Handelns sind Ausgangspunkt der Analyse..

Die AG Soziale Arbeit an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München stellt sich diesem Thema. In Diskussionen wird herausgearbeitet, welche Verantwortung und Herausforderung sich für die AG wie stellt. Es werden inhaltliche Diskurse zum Thema in der AG geführt, unterschiedliche Lehrinhalte, Fort- und Weiterbildungen entwickelt. Es gilt außerdem, Impulse nach innen und außen zu setzen.

Beitrag von Prof. Dr. Constance Engelfried

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